Paperpiecing wiegehts
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record: 11521 on 2011-09-23

Dies ist ein Versuch von mir, eine kleine Einführung für Paper Piecing (nicht zu verwechseln mit Englisch Paper Piecing) zu schreiben. Ich habe versucht, möglichst jeden Einzelschritt zu fotografieren, daher sieht es auf den ersten Blick unheimlich kompliziert aus. Es geht aber wirklich schnell und einfach wenn man ein wenig Übung hat.
Es gibt verschiedene Unterlagen auf denen man nähen kann z.B. ganz dünnes Vlies das nicht herausgetrennt werden muß oder wasserlösliches "Tear away"... mag bestimmt auch gut sein aber ich habe beides nicht ausprobiert. Denn ich finde ganz normales billiges Druckerpapier oder auch Recyclingpapier genügt für meine Ansprüche.
 
 
Die Vorlage ist immer das Spiegelbild des fertigen Blocks. Wenn man besonders stoffsparend arbeiten möchte kann man sich die einzelnen Teile mit reichlich (!) Nahtzugabe vorher ausschneiden, die rechte Stoffseite zeigt in unserem Fall nach unten. So kann man auch Stoffe mit Richtung verarbeiten wie hier (wg. etwas verschwommener Webcam-Bildqualität leider nur zu erahnen) zeigt der helle Hintergrundstoff eine Schneelandschaft bei der es nicht so gut aussähe wenn die Berge kreuz und quer stünden.
 
 
Als erstes wird das Stoffstück für den Stamm mit der linken Seite auf die Rückseite des Feldes mit der Nummer 1 gelegt so daß dieses vollständig bedeckt wird und auf allen Seiten genug Nahtzugabe vorhanden ist. Gut, wenn man eine Lichtquelle hat so daß man die Lage des Stoffes durch das Papier durchscheinen sieht. Auf der Stoffseite sehen wir also die rechte (schöne) Seite vom Stamm. Auf dieses erste Stoffstück wird nun das zweite Stoffstück mit der rechten Seite nach unten (die beiden Stoffe liegen rechts auf rechts) gelegt, in unserem Fall ein helles Hintergrundrechteck. Es wird so gelegt daß erstmal nur die Nahtzugabe auf das Feld mit der Nummer 2 zu liegen kommt. Von der Nähseite aus gesehen
 
 
von der Stoffseite aus gesehen

 
 
Als erstes wird die Naht zwischen Feld 1 und Feld 2 auf der bedruckten Papierseite genäht. Wichtig beim Paperpiecing ist, eine sehr kleine Stichlänge zu wählen. Empfohlen wird oft 1,5 ich nähe normalerweise mit Stichlänge 1 da ich nicht so gern am Ende das Papier herausfriemele und dabei kommt es mir fast von selbst entgegen. Vernähen sollte man sich allerdings nicht, auftrennen ist fast nicht mehr möglich. Man kann sich aber auch damit behelfen eine dickere Nadel zu benutzen.
 
 
Und so sieht die erste Naht von der Stoffseite aus

 
 
Der helle Stoff wird nun umgeklappt und die rechte Stoffseite wird sichtbar.

 
 
Als nächstes legen wir das Stoffstück das für das Feld 3 bestimmt ist wieder mit der rechten Seite nach unten so auf das Papier daß gerade die Nahtzugabe auf dem Feld 3 liegt.
 
 
Und nähen die zweite Naht.

 
 
Es wird ebenfalls aufgeklappt und ---

ist zu kurz. Rechts ists ein wenig knapp geworden. Hab ich nicht irgendwann geschrieben, daß die Nahtzugabe möglichst reichlich bemessen sein soll? Naja, ist ja in dem Fall nur zum Zeigen ;-) Zuviel Nahtzugabe macht nichts, sie wird beim Begradigen vor jedem Umklappen einfach weggeschnitten.
 
 
Jetzt kommt das größte Stück. Das grüne Tannenbaumdreieck. Die rechte Stoffseite kommt wieder auf das Papier zu liegen, die Nahtzugabe bedeckt das Feld mit der Nummer 4. Gegen das Licht gehalten sieht man sofort ob alles gut liegt
 
 
und kann die dritte Naht nähen.

 
 
Beim Hochklappen muß man nicht jedesmal bügeln sondern es genügt in den meisten Fälen
 
 
wenn man die Naht mit dem Daumennagel glattstreicht.

 
 
Auch das Stoffstück Nummer 5 wird mit der linken Seite nach unten auf das Papier gelegt, die Nahtzugabe bedeckt Feld 5
 
 
und wird ebenfalls festgenäht. Das hab ich nicht jedesmal geschrieben aber wenn es nötig ist wird die Nahtzugabe jeweils vor dem Umklappen auf etwa 5 mm zurechtgestutzt. Innerhalb des Blocks ist das genug, an den Blockrändern sollte die Nahtzugabe schon die üblichen 7,5 mm bzw. ein Viertelzoll betragen.
 
 
Ebenfalls umklappen

 
 
Und auch das letzte Stück wird mit der rechten Seite nach unten auf das Papier gelegt. Mit der Zeit entwickelt man einen Blick dafür ob das Stoffstück auch gross genug ist indem man es gedanklich an der Nählinie spiegelt. So kann man mit der Paperpiecing Methode auch nicht vorgeschnittene Teile verwenden ohne eine böse Überraschung zu erleben.
 
 
Die letzte Naht

 
 
Und nach dem Versäubern der Nahtzugaben ist das Bäumchen fertig!

 
 
 
Wer es gleich ausprobieren möchte, hier gibts die Vorlage für das Bäumchen und noch ein paar einfach zu nähende Blockvorlagen im 3-Zoll-Format.
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